Das ist Wieluń

Der Landkreis Wieluń liegt im südwestlichen Teil der Woiwodschaft Łódź und grenzt an vier Kreise dieser Woiwodschaft: Wieruszów, Sieradz, Łask und Pajęczno, sowie an die Kreise  Kluczbork und Olesko der Woiwodschaft Oppeln. Zum Kreis Wieluń gehören die Stadt Wieluń (Sitz des Kreises) und die 10 Gemeinden Biała, Czarnożyły, Konopnica, Mokrsko, Osjaków, Ostrówek, Pątnów, Skomlin, Wieluń und Wierzchlas.

Die Stadt Wieluń besitzt seit 1283 das Stadtrecht. Die Straßen der Stadt haben immer noch den mittelalterlichen, schachbrettartigen Grundriss. Sehenswert ist das gotische Krakauer Stadttor mit einem im 19. Jh. angebauten Rathaus, große Fragmente der Stadtmauer mit Basteien und einem Pulverturm sowie die Ruinen einer prächtigen Stiftskirche aus dem 14. Jh., die 1939 von den deutschen Truppen gesprengt wurde. Empfehlenswert sind auch die in verschiedenen architektonischen Stilen erbauten Klöster der Augustiner, Franziskanerinnen, Pauliner, Piaristen und Reformatoren. Das alte Kloster der Franziskanerinnen beherbergt heute das Regionalmuseum von Wieluń.

Sehenswert sind weiterhin:
Fragmente der Stadtmauer (ursprünglich sechs Basteien und drei Tore: Krakowska, Gaszyńska und Kaliska) aus Steinen, Ziegeln und jurassischen Sandstein im XIV. Jh. in der Zeit vom König Kasimir d. Großen erbaut. Im besten Zustand: Mauerfragment in der Podwale-Straße mit der Bastei „Męczarnia“, Mauerfragment mit der Bastei „Swawola“ (1966 rekonstruiert) und Krakowska –Tor (1350, im XVI. Jh. ausgebaut) – heute Glockenturm mit dem im Jahr 1842 angebauten klassizistischen Stadtrathaus;
klassizistischer Palast (1840), heute Sitz der Kreisverwaltung von Wieluń, an der Stelle der alten Burg aus dem XIV. Jh. erbaut;
Ruinen der im II. Weltkrieg zerstörten gotischen Kathedrale;
Augustinerkloster aus 1217: gotische Kirche zum Fronleichnam (1350, dann 1497 im spätgotischen Stil umgebaut) mit mittelalterlichem Folterwerkzeug – Halseisen, barockes Klostergebäude (1677, dann teilweise abgerissen);
Franziskanerinnenkloster: barocke Kirche (1612-16, dann 1764 und 1850 umgebaut, heute evangelisch) und Klostergebäude (1613-15) – heute Museum der Region von Wieluń;
Paulinerkloster (in den Jahren 1393-94 aus der Stiftung des Fürsten Władysław Opolczyk erbaut, heute Franziskanerinnenkloster): gotisch-barocke Nikolauskirche mit spätbarocker Inneneinrichtung, Klostergebäude im Frühbarockstil;
Reformatorenkloster: barockes Klostergebäude (1629), Kirche zur Verkündigung Maria (XVIII. Jh.);
Piaristenkloster: barockes Klostergebäude (1740, dann 1801 umgebaut), Josephskirche (heute Pfarrkirche);
hölzerne Barbarakirche (XVI. Jh.) auf dem Gebiet des alten Friedhofs der an Cholera verstorbenen Menschen – am Stadtrand;
römisch-katholischer Friedhof – Gräber der am 1.-3. September 1939 im Kampf um Wieluń gefallenen Soldaten der Polnischen Armee sowie der im Januar 1945 im Befreiungskampf gefallenen Soldaten der Roten Armee;
alte orthodoxe Kirche der Heiligen Mutter Gottes (1900-1902) auf dem Gebiet des Stadtparks, bis zum I. Weltkrieg geöffnet, dann umgebaut, heute Sitz des Kulturhauses von Wieluń;
Museum der Region von Wieluń (ehemaliges Franziskanerinnenkloster): archäologische Funde aus der Region am Fluss Prosna und Warthe, Exponate der Volkskultur, landwirtschaftliche und handwerkliche Werkzeuge, Inneneinrichtung, Militaria, Landkarten, alte Münzen, Bibliothek: archäologische, kunstgeschichtliche, ethnographische Exponate.

Mehrere originelle Holzkirchen in der Umgebung von Wieluń haben bestimmte gemeinsame Merkmale. Die Kenner der sakralen Architektur nennen es „Wieluner Stil“ oder auch „Wieluner Abart des Stils Kleinpolens“. Es sind Objekte mit Kammkonstruktion, einschiffig, immer mit einem engeren Altarraum. An den Seitenschiffen stehen Glockentürme mit Pfahlkonstruktion. In den Innenräumen hat sich wertvolle Polychromie erhalten.

Zu den deutlichsten Beispielen dieses Stils gehören noch die Kirchen in Grębień (die älteste Holzkirche in der Region Łódź), Gaszyn, Łaszew, Popowice, Kadłub und Wiktorów.

ehemalige Städte
Kamion – Stadtrecht von 1462 bis zum Ende des XVI. Jh.s, bekannter Urlaubsort am Fluss Warthe.

Sehenswert:
hölzerne kleine Kapelle (1750-70).

Osjaków – Stadtrecht von 1446 bis 1793.

Sehenswert:
gemauerte Pfarrkirche der Heiligen Hedwig (1912-14);
alte Synagoge (Anfang des XIX. Jh.s) und Judenfriedhof (heute ohne Grabsteine).

Toporów – Stadtrecht im XV.-XVI. Jh., bekannter Erholungsort am Fluss Warthe

Sehenswert:
moderne gemauerte Pfarrkirche – Bild aus 1996 vom bekannten polnischen Maler Jerzy Duda-Gracz.
wichtigste touristische Attraktionen
Biała
hölzerne Peterkirche in Okowy (1743), auf dem Friedhof Massengrab der Aufständischen 1863.

Bieniec
in der Nähe vom Dorf (auf dem linken Ufer des Flusses Warthe) Schlucht der Königin Bona Sforza, selten vorkommender blühender Efeu.

Chotów
gemauerte Martinskirche im Spätrenaissancestil (1616)

Czarnożyły
gemauerte barocke Pfarrkirche des Heiligen Bartholomäus (1726, dann 1912-16 umgebaut);
alter Gutshof (XVIII. Jh.): Palast der Familie Brzostowski aus dem XVIII. Jh. und der Park aus dem XIX. Jh.

Dąbrowa
gemauerte Lorenzkirche (XIV. Jh.) – die älteste gotische Kirche in der Region von Wieluń

Gaszyn
hölzerne Marienkirche (XVI. Jh.) – eine der interessantesten hölzernen sakralen Bauten der Region.

Grębień
hölzerne Dreifaltigkeitskirche (XV./XVI. Jh., wahrscheinlich 1500) – das älteste hölzerne im Ganzen erhaltene sakrale Baudenkmal in der Woiwodschaft Łódź.

Kadłub
hölzerne Andreaskirche (Anfang des XVI. Jh.s, dann 1949 umgebaut)

Kamionka
Ruinen des Festungsherrenhauses im Renaissancestil (XVI. Jh., aus gotischen Ziegeln), Risalit aus dem XVII. Jh. mit Treppenhaus.

Kępowizna
hölzerne Wassermühle (1910-12) am Fluss Warthe, heute mit elektrischem Antrieb.

Kochlew
hölzerne Wassermühle (XIX./XX. Jh.), Bildstock mit der Figur des Heiligen Johannes von Nepomuk, nach der Legende mit dem Hochwasser ins Dorf gebracht.

Komorniki
gemauerte Kirche zur Geburt der Heiligen Jungfrau Maria (1631)

Konopnica
Burgruinen „Zamczysko“ (auf der hohen Böschung des Flusses Warthe) im XII. und in der 1. Hälfte des XIV. Jh.s bewohnt.
gemauerte frühbarocke Kirche des Heiligen Rochus (1642), Überreste des alten Paulinerklosters (Klostergebäude existiert nicht mehr);
Herrenhaus der Familie Kozarski (XIX. Jh.), Sitz der letzten Besitzer von Konopnica, nach dem Entwurf von Henryk Marconi im romantischen Stil erbaut;
Soldatenfriedhof aus dem II. Weltkrieg mit Gräbern der im Kampf am Fluss Warthe 1939 gefallenen Soldaten des 72. Infanterieregiments.

Krzętle
Überreste des Friedhofs mit Hügelgräbern aus dem Ende des XII. Jh.s n. Ch.

Krzyworzeka
Kirche der Heiligen Peter und Paul (ursprünglich im romanischen Stil aus 1264, dann im XVIII.-XX. Jh. umgebaut, freistehender Turm – romanische Glockenturm (XIII. Jh.), aus Feldsteinen.

Kurów
Burgruinen aus der Zeit der Lausitzer Kultur (VII.-V. Jh. n.Ch., archäologische Funde aus Eisen, Bronze, Fragmente der hölzernen Palisade;
in der Nähe vom Dorf Waldreservat „Lasek Kurowski“.

Łagiewniki
hölzerne Kirche des Heiligen Johannes des Täufers (1623, dann 1805 renoviert).

Łaszew
hölzerne Kirche des Heiligen Johannes des Täufers (1. Hälfte des XVI. Jh.s)

Łyskornia
gemauerte Kirche der Heiligen Maria Magdalena (1660, in den Jahren 1786, 1921 umgebaut).

Masłowice
klassizistisches Herrenhaus (2. Hälfte des XIX. Jh.s), Park mit alten Bäumen, gemauertes klassizistisches Hinterhaus (1820-30), in der Nähe klassizistische Kapelle aus dem Anfang des XIX. Jh.s

Mokrsko
gemauerte spätbarocke Stanislauskirche (1626), vor der Kirche das Monument mit der Adlerfigur zum Gedenken an die in den Jahren 1918-1920 während des polnisch-sowjetischen Kriegs freiwilligen gefallenen Soldaten;
gemauertes Herrenhaus, Park mit vielen Naturdenkmälern, Fischteiche mit einer kleinen Insel

Naramice
hölzerne Allerheiligenkirche (XVI. Jh.)

Okalew
Friedhof im Wald mit Hügelgräbern aus der Bronzezeit.

Olewin
alte Parkanlage mit Linden (z. B. mit 5,6m Umfang)

Ostrówek
Herrenhaus (1925) mit der 8,21ha großen Parkanlage aus dem XIX. Jh.;
alter evangelischer Friedhof (XVIII./XIX. Jh.) aus der Zeit der Teilungen Polens.

Ożarów
hölzernes Herrenhaus der Familie Bartochowski aus Lärchenholz (1757) mit Alkoven, in den Jahren 1977-80 rekonstruiert, Park – heute Museum der Inneneinrichtung der Herrenhäuser (Abteilung des Regionalmuseums von Wieluń): Porträts der polnischen Adel, Möbel wie Schränke, Koffer, Wäschetruhen, Kommoden aus dem XVIII. Jh., Kleidungselemente der Adeligen, Meissener Porzellan, Silberbesteck aus dem XVIII. Jh., Ausstellungen und Musikkonzerte.

Popowice
hölzerne Allerheiligenkirche *(XVI. Jh., dann 1720 renoviert), Turm aus dem XVII./XVIII. Jh.

Przywóz
zwei Hügelgräber aus der Zeit des römischen Imperiums (I. und II. Jh. n. Ch.) – wahrscheinlich Grabstätten der Führer; unter den archäologischen Funden menschliche Überreste und wertvolle Gefäße, silberner und goldener Schmuck.

Raczyn
hölzerne Kirche der Heiligen Thekla (1843, dann 1935 vergrößert)

Ruda
Adalbertkirche – ursprünglich im romanischen Stil aus der Stiftung von Piotr Dunin 1142 erbaut (im XV.-XVII. Jh. umgebaut) – eine der ältesten sakralen Bauten der Woiwodschaft Łódź. An der östlichen Mauer der Kirche das romanische Portal, zwei heute nicht mehr existierende charakteristische romanische Fensteröffnungen.

Rychłocice
alter Gutshof: klassizistisches Herrenhaus (1820-30), Parkanlage mit vielen Naturdenkmälern (u. a. Eiben und Pappeln), neugotischer Kornspeicher (1830) und andere Wirtschaftsgebäude.
hölzerne Kirche zur Verkündigung Maria (1918).

Skomlin
hölzerne Kirche der Heiligen Philip und Jakob (1746), gemauerter Glockenturm (1836);
hölzerner Kornspeicher (1777) – zweistöckiges Gebäude mit Kammkonstruktion, aus Lärchenholz;
auf dem Friedhof gemauerte neugotische Barbarakapelle (XVIII. dann 1916 umgebaut).

Strobin und Walków
Überreste der altertümlichen kleinen Schmelzöfen mit Blasebalg.

Strugi
Grabhügel mit 12-15m Durchschnitt und 1,2m Höhe aus dem II. und III. Jh. n. Ch.

Widoradz
Burgruinen- Überreste einer spätmittelalterlichen Burg mit Festungswall und Graben aus dem XIII. Jh., im XIV. Jh. durch Brand völlig zerstört.

Wielgie
Herrenhaus aus dem XIX. Jh., der 8,09ha große Park mit vielen Naturdenkmälern.

Wierzchlas
gemauerte Nikolauskirche (XV. Jh., dann 1760 umgebaut).

Wiktorów
hölzerne Sigismundkirche (1. H6lfte des XVI. Jh.s, im XVIII. Jh. und 1976-87 umgebaut).

Załęcze Wielkie
Urlaubsdorf, Erholungszentrum ZHP „Nadwarciański Gród“.

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